August Favorit

Diesen Monat kommt der Tipp für meinen monatlichen Favorit von meinem Lieblings-Arbeitskollege D., der mich neugierig auf dieses Buch machte als er erzählte, dass er abends beim Lesen Tränen lachte.

                                                                                  © Bild: mvg Verlag

Da eine meiner liebsten Beschäftigungen nun mal das Tränenlachen ist und ich schon seit einer Weile auf der Suche nach einem guten humorvollen Buch bin, diese Art von Büchern aber erfahrungsgemäß leider nicht mit guten dramatischen, guten krimimäßigen oder guten romantechnischen Büchern mithalten können, lud ich mir auf D.’s Schwärmen hin sofort die Leseprobe herunter und da ich mich schon nach den ersten Sätzen angesprochen fühlte, musste ich „Das Glücksprojekt – Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden“ von Alexandra Reinwarth sofort haben. Mir blieb gar nichts anderes übrig, der Sarkasmus und die Ironie, mit der die Autorin sowohl ihre Suche nach dem Glück, als auch die Menschen um sich herum und (sympathischerweise) auch sich selbst beschreibt, ist mitreißend geschildert und spricht mir direkt aus dem Herzen. Ich glaube sogar, wir sind seelenverwandt. Ich dachte, noch während ich las, Alexandra Reinwarth sollte so eine Art Buch über Sex schreiben, das könnte man ähnlich aufziehen, bei all den vielen Dingen, Tipps und Praktiken, die so umherschwirren. Und siehe da, Google weiß alles; sie hat es bereits getan! Was habe ich wegen diesem „Glücksprojekt“ gelacht! Natürlich muss ich auch das „Sexprojekt“ und das „Sinn-des-Lebens-Projekt“ lesen, genau wie „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“. Hört sich alles extrem vielversprechend an.

Autorin und Buch waren nicht nur einmal Thema in unserer Kaffeeküche, ich hab nun schon mehr Menschen aufgefordert dieses Buch zu lesen, als ich womöglich über diesen Blog erreichen werde… 😀

 

Aber nun zum Inhalt:

Alexandra Reinwarth schreibt über sich selbst – eine Art Real Life-Experiment – jedoch möchte ich ausdrücklich hinzufügen, dass es sich keinesfalls um einen Ratgeber im Sinne von „Hier ist die Anleitung, um glücklich zu werden“ oder „Das 10-Punkte-Programm zum Glück“ handelt, sondern ganz im Gegenteil: genau diese Dinge werden (mal mehr, mal weniger) aufs Korn genommen. Ein Jahr lang probiert Alexandra Reinwarth genau diese Vorschläge aus, von denen es immer heißt, sie würden glücklich machen, die man öfter mal zu lesen oder hören bekommt. Sie lässt sich auf alles ein – teilweise sogar mit beachtenswerter Objektivität – und berichtet dann mit ihrem geistreichen Humor und Sätzen, die einen direkt zusammenkringeln und laut loslachen lassen, von ihren Erfahrungen, die sich oft als seltsam, manchmal als durchaus logisch und durch ihre Art der Erzählung stets als komisch erweisen.

Kleiner Auszug als Geschmacksprobe aus dem Kapitel „Die Kleinen Dinge genießen“:

„Mit hochgestecktem Haar steige ich in die Wanne, liege ein bisschen herum und fahre mit dem Naturschwamm die Arme und Beine auf und ab. Das macht nur kurz Spaß. Ich angle mir die Zeitschrift und fange mit zusammengekniffenen Augen zu blättern an, Teelichter machen ja nicht so viel Licht, wie man glaubt. Mit dem Ellbogen stoße ich aus Versehen eins von ihnen auf den Boden, der Badvorleger ist jetzt voller Wachs, zum Glück hat er nicht Feuer gefangen. Erleichtert lege ich mich zurück. Während sich die Haarspange in meinen Hinterkopf bohrt, bemerke ich, wie die Körperteile, die nicht im warmen Wasser liegen, recht zügig erkalten. Unangenehm ist das und ich gebe dem Drang nach einen Arm ins Wasser zu tauchen. Die nasse Hand befeuchtet sogleich den rechten Teil der Zeitschrift, sodass die sich nicht mehr blättern lässt. Er wird kühler im Wasser. So richtig entspannend finde ich das nicht, denke ich und schubse ein paar verschrumpelte Rosenblätter ins Wasser. Dann wird es doch noch recht aufregend: Haben Sie jemals versucht, Badeöl aus Ihren Haaren zu kriegen? Da können Sie sich dreimal den Kopf mit Shampoo waschen, es sieht immer noch so aus, als würden Sie am Miss-Fettige-Haare-Wettbewerb teilnehmen. Und gewinnen. (…)

Und erschrecken Sie nicht über die blutigen Stellen überall an Ihrem Körper: Das sind nur die matschigen Rosenblätter, die an Ihrer Haut bippen. So genervt bin ich noch nie aus dem Bad gekommen.“

 

Und wartet ab, wie sehr ihr erst lacht, wenn ihr zu der Stelle kommt, wo die Autorin mit ihrer Esoterik-Freundin Anne eine „Bestellung beim Universum“ abgibt. Einfach zum Brüllen komisch.

 

Das Herrliche an diesem Buch sind aber nicht nur die witzigen Negativ-Erfahrungen, die wohl jeder von uns schon erlebt hat und somit wunderbar mitfühlen kann, sondern auch die Gegenbeispiele, die die Autorin für sich entdeckt, Dinge, die für sie funktionieren, als positiver Input, als Grund oder Lösung zum Glücklichsein. Durchaus Dinge, die mich ebenfalls ansprechen.

 

Viel Spaß beim Tränenlachen! 😀

 

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