<3 Ein paar Tage Südtirol <3

Was gibt es für eine Stadtgöre schöneres als über ein verlängertes Wochenende in die Natur zu fahren? Rein gar nichts.

Vor allem dann nicht, wenn eine der Ziegen auf dem Hof in Brixen (Bressanone), auf dem wir üblicherweise für 2-3 Tage Halt machen wenn wir vom Italien-Urlaub nachhause fahren, gerade ein Junges bekommen hat.

Für mich als riesiger Ziegen-Fan rückte da selbst der in der Nacht zuvor neugeborene Esel in den Hintergrund, der noch völlig tapsig und tollpatschig auf den Beinen stand. Wer mich kennt, der weiß, dass ich für Ziegen alles stehen und liegen (oder auch fallen) lasse und nicht mehr ansprechbar bin… Es könnte etwas ärgerlich für jemanden sein, der eigentlich vorhatte ein romantisches Wochenende mit mir zu verbringen und alles was ich im Kopf habe sind Ziegen. „Kann ich sie mit aufs Zimmer nehmen?“ – „Kann ich sie mit heim nehmen?“ – „Könnt ihr einfach ohne mich Essen gehen? Ich bleibe hier bei den Ziegen“ – „Kann sie nicht wenigstens eine Nacht bei uns schlafen?“


Wenn ihr also in einem Gästehaus unterkommen wollt, das mit wunderbarem Ausblick auf die Alpen, gemütlichen Zimmern aus hellem Holz, richtig gutem Essen, einigen Tieren (Esel, Ziegen, Pferd, Hasen), Pool, Garten und den freundlichsten Gastgebern, die ich je kennengelernt habe, auftrumpfen kann, dann seid ihr bei Familie Bacher im Saderhof genau richtig!

 

Für 22€ p.P. für die Nacht, inkl. Frühstück! Man kann aber auch mittags und abends dort essen und muss nicht extra nochmal ins Tal runter fahren, denn die Küche kann definitiv mit einem guten Restaurant mithalten!


Was macht man also in Südtirol, genauer gesagt in Brixen und Umgebung?

Essen, wandern, essen, die Natur genießen und… essen.

Gulasch und Speckknödel auf dem Saderhof
Pizza und Lagrein-Rotwein im Traubenwirt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommen wir also zunächst zum wichtigsten Punkt: Essen. In dieser Gegend kann man kaum etwas falsch machen. Außer im Saderhof haben wir bereits mehrmals im Kutscherhof gespeist, wo man entweder im Gewölbekeller oder draußen in der Sonne sitzen kann. Noch freundlicher (und etwas intimer) ist die Atmosphäre im Traubenwirt, zudem hat man hier zu ähnlichen Preisen ein etwas schickeres Gefühl – perfekt für ein schönes Candle Light Dinner, wie ich finde. Wer richtig „fine dinen“ möchte, der kann ein paar Schritte weiter im Finsterwirt einkehren.

Schlutzkrapfen im Kutscherhof
Bärlauchspätzle im Kutscherhof

 

 

 

 

 

 

 

 


Zu Punkt Zwei: Wandern. Klickt auf diesen Link für eine Adresse mit tollen Wanderungen.

Ich persönlich habe hier in den Bergen schon nach einer Stunde genug, denn als Flachland-Wanderer bin ich das Auf und Ab so gar nicht gewohnt und komme hier ganz schnell an meine persönliche Grenze ?

Diesmal haben wir sogar nur eine ca. 20-minütige „Alibi-Wanderung“ mit unseren Mitreisenden unternommen – es war am frühen Abend ohne wärmende Sonnenstrahlen sofort eiskalt und sehr windig – und wir waren froh direkt wieder zum nächsten Rotwein einkehren zu können.


Neben der unglaublich schönen Natur und entspannenden Ruhe gibt es natürlich noch das Örtchen Brixen, durch das sich ein kleiner Spaziergang lohnt.

Ein paar Kilometer entfernt in Neustift (zwischen Brixen und Natz) gibt es ein wunderschönes Kloster mit dahinter liegenden Weinbergen, durch die man ebenfalls ein wenig spazieren kann.

 

 


Wenn man schon einmal in der Nähe ist, kann man noch im Hotel Seehof in Natz-Schabs (Naz-Sciaves) einkehren, deren neuer Wellnessbereich gerade fertig gestellt wurde und bereits beim bloßen Anblick Erholung pur verspricht:

Gleich um die Ecke gibt es den Flötscherhof, deren Essen gut und preiswert ist.

Für Natz-Schabs kommt nun mein absoluter Geheimtipp: der Goldene Apfel!

Ich habe nur ein einziges Mal eine so gute Pizza gegessen wie hier (und das war im tiefsten Neapel). Als Vorspeise unbedingt die Schlutzkrapfen essen, das ist die absolute Spezialität in Südtirol! Man kann sich ja Vor- und Nachspeise teilen um nicht direkt zu sterben…


So, nach ein paar Tagen „Dorfleben“ und Abgeschiedenheit zieht es uns nun auch schon wieder in die Stadt zurück, auch wenn die kleine Ziege mir den Abschied diesmal besonders schwer macht und mein Freund sogar eine Taschenkontrolle durchführt um zu überprüfen ob ich die Ziege nicht heimlich eingepackt habe…


Somit kommen wir auch schon zu den Einkaufstipps (denn das ist hier einfach ein Muss):

Für Sparfüchse: De Cecco Nudeln sind lecker und meist günstiger als in Deutschland, genau wie Tomatensauce und Mehl!

Für Genießer und mein persönlicher Geheimtipp: es gibt in Südtirol wunderbar trockene Rotweine. Mit einem Lagrein habe ich mein persönliches Geschmackserlebnis gefunden – den könnte ich grundsätzlich immer trinken! Und wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen möchte: mit einem Primitivo liegt man eigentlich immer richtig, da habe ich bisher nur Guten erwischt, egal von welcher Marke/Winzerei. Damit decken wir uns vor der Heimreise grundsätzlich immer ein – Kofferraum vollmachen und los geht’s!

Parmesan am Stück! Den besten gibt es natürlich hier in Italien! Wir nehmen meist 5-10 Stück (Kuchenstück-Größe, nicht das ganze Rad :-D) mit und frieren sie ein, wenn man welchen braucht kann man ihn auch mal direkt aus der Gefriertruhe über die Spaghetti Bolognese reiben…

Olivenöl und Aceto Balsamico

Für Wurstliebhaber: Speck, Salami am Stück (wir haben einen Salami-Keller wo die Würste noch weiter trocknen dürfen), Kaminwurzen und natürlich massenhaft Rohschinken dürfen nicht fehlen. Die Italiener schneiden den Schinken hauchdünn – viel besser als bei uns!

Also vor der Abreise immer an die Kühlbox und Kühl-Aggregate denken – oder eben „Opfergemüse“ wie Erbsen kaufen, um die Wurst heil nachhause zu bringen.


Und hier noch ein letzter Geheimtipp:

Wer – wie wir – auf dem Heimweg in Richtung Baden-Württemberg an Bad Grönenbach vorbeikommt (das ist dort, wo man von der Autobahn aus das Mammut-Werk sieht), der sollte unbedingt bei Charlys Topf-Gucker einkehren. Mein Freund und mein Bruder haben es vor einer Weile auf ihrer Heimreise entdeckt und es an mich weiter verraten, dieses Restaurant steht von nun an immer auf unserer Liste, wenn wir in der Nähe vorbei fahren. Das Topf-Gucker hat einen Bib Gourmand von Michelin und das zu Recht! Das Rinderfilet bekommen sie genau so medium und medium-rare hin, wie wir es bestellt haben und die Käs’Spätzle sind ohne Witz die besten die ich in meinem ganzen Leben je gegessen habe!

 

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